Zahlreiche Volksbanken und Sparkassen, traditionell die primären Finanziers des Mittelstandes, haben durch die Insolvenzwelle auch in ihren eigenen Bilanzen durch hohe Abschreibungen auf Kreditforderungen herbe Einbrüche verspürt...
Nach den Ergebnissen der qualitativen Insolvenzursachenforschung sind viele Zusammenbrüche gerade mittelständischer Unternehmen auf die immer noch stark verbreitete Bedeutung von Intuition und Improvisation unter Vernachlässigung handfester betriebswirtschaftlicher Instrumente zurückzuführen.
Die im Ratingprozess eingesetzten qualitativen und quantitativen Kriterien dienen der individuellen Klassifizierung der Kreditnehmer und beziehen sich z. T. auch auf eine Bewertung des betriebswirtschaftlichen Instrumentariums. Für den Unternehmer bzw. seinen Steuer- und Unternehmensberater wird hier jedoch nicht abschließend klar, welche Instrumente die Banken speziell bei seinem Unternehmen voraussetzen, da sich die Vorstellungen und Erwartungen z. B. nicht immer in Ratingfragen erfassen lassen.
An diesen Punkt knüpft die neue Studie an, in der mittels eines standardisierten Fragebogens unter den 350 größten (gemessen an der Bilanzsumme) Sparkassen und Volksbanken deren Erwartungen an das betriebswirtschaftliche Instrumentarium erhoben wurden. Die Analyse erfolgte dabei getrennt für die Kundengruppen Existenzgründer (Geschäftsbetrieb jünger als 5 Jahre), Gewerbekunden (< Mio. € Umsatz), kleine (< 10 Mio. € Umsatz), mittlere (< 25 Mio. € Umsatz) sowie große Firmenkunden (< 50 Mio. € Umsatz). Zudem konnten die antwortenden Banker (dabei handelte es sich sowohl um Vorstände als auch um Firmenkundenberater) unterschieden, ob das betriebswirtschaftliche Instrument für eine Kundengruppe als absolut erforderlich angesehen wird oder ob ein Einsatz lediglich wünschenswert ist.
Gegenstand der Untersuchung waren u. a. folgende betriebswirtschaftliche Aspekte:
- Bedeutung des strategischen Bereichs mit den Unterpunkten:
- Ebenen der Strategieentwicklung (Vision/Leitbild, Gesamtunternehmensstrategie, Geschäftsbereichsstrategie, Funktionsbereichsstrategie)
- Einsatz strategischer Instrumente (Balanced Scorecard, Benchmarking, Portfolio-Analyse, SWOT-Analyse, Szenario-Analyse)
- Bedeutung des operativen Bereichs mit den Unterpunkten:
- Unternehmensplanung und Kontrolle (Planung: Absatz- und Umsatzplanung, Produktionsplanung, Liquiditäts- und Finanzplanung, Gemeinkostenplanung, Jahresplanung / Budgetierung; Kontrolle: Absatz-/Umsatzabweichung, Preisabweichung, Verbrauchsabweichung, Beschäftigungsabweichung)
- Kosten- und Erlösrechnung (Kostenstellenrechnung, Produktkalkulation, kurzfristige Erfolgsrechnung)
- Investitionsrechnung (Investitionspläne, statische und dynamische Investitionsrechenverfahren, Nachbetrachtung erfolgter Investitionen)
- Unternehmens- und Finanzrechnung (Planbilanz, Liquiditäts- und Finanzplan, Bewegungsbilanz, Kapitalflussrechnung, Einsatz von Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung)
- Organisation des betriebswirtschaftlichen Bereiches mit den Unterpunkten
- Wer sollte die Aufgaben wahrnehmen?
- Wer sollte die Verantwortung dafür tragen?
- Welche Ausbildung wird erwartet?
- Mit welchen internen oder externen Ansprechpartnern könnte eine Weiterentwicklung aufgebaut werden?
Umfang: 75 Seiten DIN A4
Bezugspreis: 49 € (pdf – Datei auf CD-Rom) zzgl. 2,50 € Versandkosten
Bestelladresse: Dipl. Kfm. (FH) Christof Müller, Heideweg 24, D - 37696 Marienmünster
Homepage: www.BaselII.de in der Rubrik Bankenstudie.