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 TSI legt Geschäftsmodell der Verbriefungsplattform fest

Alternative FinanzierungsformenDie 13 in der True Sale Initiative (TSI) zusammengeschlossenen Banken haben heute weitere Details ihres gemeinsamen Engagements zur Entwicklung des deutschen Verbriefungsmarktes festgelegt...

Vorstände aller beteiligten Institute haben bei einer Arbeitssitzung in der Frankfurter KfW die Struktur der geplanten Plattform, über die künftig True Sale-Verbriefungen abgewickelt werden sollen, verabschiedet. Sie besteht im Wesentlichen aus folgenden zwei Elementen: Einer Verbriefungsplattform, die von mehreren gemeinnützigen Stiftungen getragen wird und in Anlehnung an international bekannte Konstruktionen aufgestellt ist. Ergänzend soll eine Service Gesellschaft mbH errichtet werden. Die TSI arbeitet nun daran, dieses Geschäftsmodell weiter zu präzisieren und zügig umzusetzen.

Die gemeinsame, von Genossenschaftsbanken, Geschäftsbanken, der Sparkassen-Finanzgruppe und KfW getragene True Sale Initiative will das in Deutschland noch wenig entwickelte Kapitalmarktsegment der True Sale-Verbriefung fördern. Dazu hatten die Bayerische Landesbank, Citigroup, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, DZ BANK, Eurohypo, HSH Nordbank, HVB Group, KfW Bankengruppe, Landesbank Hessen- Thüringen und WestLB AG am 9. Juli 2003 einen Letter of Intent unterzeichnet. In dieser Absichtserklärung wurden die Entwicklung und der Aufbau einer Verbriefungsplattform fest vereinbart, über die True Sale-Verbriefungen durchgeführt werden können. Damit wurde der Startschuss für die Strukturierungsphase gegeben.

Im Rahmen von true sales werden Forderungen einer oder mehrerer Banken zu einem Portfolio zusammengefasst, von einer Zweckgesellschaft angekauft und, nach Aufteilung in Tranchen mit unterschiedlichem Risikogehalt, am Kapitalmarkt an Investoren verkauft. Banken erhalten durch das Ausplatzieren der bestehenden Kredite liquide Mittel, reduzieren ihre Eigenkapitalbelastung und schaffen Spielräume zur Vergabe neuer Kredite. Davon profitieren dann auch kleine und mittlere Unternehmen.

Bei der Entwicklung des nun beschlossenen Strukturmodells für die Gesellschaft haben die 13 Initiatoren den im Sommer diskutierten Prototyp einer TSI-Verbriefungsplattform optimiert. Dabei wurden Anregungen von Marktteilnehmern und Aufsichtsbehörden berücksichtigt. Die heute festgelegte, im Ausland gängige Stiftungsstruktur ermöglicht es, eine Infrastruktur von insolvenzfernen ABS-Emissionsgesellschaften in Deutschland bereitzustellen. Die TSI ist zuversichtlich, dass dieses Modell die wettbewerbs- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen berücksichtigt und auf breite Zustimmung auch bei internationalen Investoren stößt. Der regelmäßige Kontakt mit den Aufsichtsbehörden wird fortgeführt. Noch im Dezember wird die TSI die Verbriefungsstruktur dem Bundeskartellamt vorstellen. Ebenfalls geplant sind weitere Gespräche mit der Stiftungsaufsicht, den Finanzbehörden sowie mit der Bankenaufsicht und Ratingagenturen.

Das Strukturmodell für die künftigen True Sale-Verbriefungen funktioniert wie folgt:

  • Für jede True Sale-Verbriefung wird innerhalb der Stiftungsstruktur eine eigene insolvenzferne Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, kurz auch SPV) mit begrenztem Tätigkeitsprofil gegründet, die den üblichen Anforderungen der Ratingagenturen entspricht.
  • Diese SPVs werden in der Rechtsform einer GmbH entstehen, die Stiftungen werden je gleich hohe Anteile an diesen Gesellschaften halten. Im Rahmen der true sales kauft das SPV das zu verbriefende Portfolio von einer Bank an, wandelt es in handelbare, durch Kreditforderungen besicherte Wertpapiere (ABS = Asset Backed Securities) um und verkauft diese an Investoren auf dem Kapitalmarkt.
  • Die über das Stiftungsmodell geschaffene Verbriefungsplattform kann von allen Portfoliolieferanten - unabhängig ob Beteiligter der True Sale Initiative oder nicht - genutzt werden.
  • Mit der Stiftungsstruktur wird zugleich das gemeinnützige Ziel verfolgt, die Forschung zu Themen des Finanzstandorts Deutschland zu fördern.
  • Die Service Gesellschaft mbH, als zweites komplementäres Strukturelement, wird sich der Entwicklung von einheitlichen Mindeststandards für Verbriefungen widmen (z.B. Standarddokumentationen, Güte der Berichterstattung). Ziel ist es, eine eigene "Marke" für True Sale-Verbriefungen zu schaffen.
  • Schließlich soll die GmbH auch ein "politisches Forum" sein, das mit dem versammelten Sachverstand der wichtigsten Marktteilnehmer die Rahmenbedingungen für ABS in Deutschland analysiert, kommentiert und Empfehlungen für dessen Weiterentwicklung erarbeitet.
Die gemeinsam beschlossene Struktur der True Sale Initiative fördert folglich die Entwicklung des deutschen ABS-Marktes über folgende wesentliche Maßnahmen:
  • Neutrale und effiziente Zurverfügungstellung von insolvenzfernen Zweckgesellschaften
  • Standardisierung und "Branding"
  • Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen
Die TSI strebt nunmehr die Errichtung der Verbriefungsstruktur binnen kurzer Zeit an, so dass möglichst im Frühjahr nächsten Jahres Emissionen möglich sein sollten.

Quelle: Pressemeldung der KfW.




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