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 Management operativer Risiken alsKernherausforderung im Transaction-Banking

Informationen rund um Basel IIDie Industrialisierung der Bankenlandschaft in Deutschland geht mit großen Schritten voran. Dies ist eines der Hauptergebnisse der diesjährigen Herbsttagung des E-Finance Labs. ...

"Die Verarbeitung im Backoffice der Filialen kann aus heutiger Sicht mit dem Handwerk verglichen werden, zentralisierte Operations-Center mit den frühen Manufakturen. Aber erst mit dem Transaction-Banking hat sich im Banken-Sektor ein Pendant zur heutigen Industrie entwickelt. Denn erst jetzt können hohe Volumina an Transaktionen zu geringen Stückkosten bearbeitet werden", beschrieb Dr. Mario Daberkow, Bereichsleiter Bankenorganisation bei der Deutschen Postbank, die jüngsten Entwicklungen auf der Tagung.

Laut Daberkow erhöhen regulatorische Anforderungen aus Basel II, SOX und der EU-Harmonisierung den Wettbewerbs- und Handlungsdruck auf die Banken. Eine Lösung, sich diesem Wettbewerb und dem zunehmenden Kostendruck zu entziehen, liegt dabei in der bankenübergreifenden Bündelung der Kompetenzen. Allerdings können nicht alle Bereiche einer Bank in eine einzige Transaktionsbank eingebracht werden. Denn für die Kontenverwaltung, das Wertpapiergeschäft und den Kreditbereich gibt es unterschiedliche Typen von Transaktionsbanken. "Die Synergien zwischen diesen unterschiedlichen Typen von Transaktionsbanken sind eher gering", erläuterte Daberkow.

Einer der Haupt-Trends im Transaction-Banking liegt derzeit laut Daberkow in der Fertigung so genannter "quasi-kundenindividueller" Produkte. Aber auch vertriebswegübergreifende Lösungen sind ebenso gefragt wie die Massenabwicklung in Echtzeit. "Transaktions-Banken müssen ihre Prozesse daher sehr stark unabhängig vom Endprodukt aufstellen und auf wieder verwendbare Komponenten setzen", so Daberkow. Auch die sogenannte "White-Label-Produktion", also der Verkauf von Dienstleistungen eines Anbieters unter einem No-Name-Markenzeichen sind Teil der obigen Entwicklung.

Neben der Standardisierung der internen Prozesse zwingt das Transaction-Banking die Banken auch zu einem verbesserten Operational-Risk-Management, da Ausfallrisiken tendenziell eine höhere Bedeutung haben, Prozessfehler stärker durchschlagen und potenzielle Auftragnehmer und Auftraggeber höhere Anforderungen stellen. Dabei unterscheiden sich die Methoden des isikomanagements deutlich voneinander. Marktpreisrisiken (Änderungen von Aktienkursen, Zinssätzen und Volatilitäten) werden vorrangig extern beeinflusst, ebenso wie Kredit-Risiken (bspw. durch vollständige oder teilweise Nicht-Erfüllung oder zeitlich verspätete Erfüllung eines Finanzmarktgeschäftes). Das Operational-Risk-Management muss folglich die Analyse und Maßnahmenentwicklung zu Betriebsstörungen und Schadensfällen, die Entwicklung von Business-Continuity-Management-Konzepten, die Optimierung der Steuerung des laufenden Betriebs sowie die Entwicklung von Prognosemodellen zur Schadensentwicklung umfassen.

Die Postbank, die seit dem Start des E-Finance Lab in 2003 Mitglied bei Deutschlands führender Finanzforschungseinrichtung ist, hat bereits 1999 mit dem Aufbau des Geschäftsfeldes Transaction-Banking begonnen. Dabei wurden zunächst die Abwicklungskompetenzen ausgebaut und die Abwicklung auf drei Standorte begrenzt, um die Kosten zu senken. Anschließend wurden eine Prozesskostenrechnung und eine leistungsorientierte Steuerung eingeführt. Schließlich wurde das Transaction-Banking als eigenes Geschäftsfeld der Postbank aufgestellt und Tochtergesellschaften anderer Banken wurden hinzugekauft und integriert. In 2004 wickelte die Postbank auf diese Weise rund 5,5 Mrd. Inlandstransaktionen bzw. 17,4 Mio. Transaktionen im Auslandszahlungsverkehr über ihre Plattformen ab.

Das E-Finance Lab wird von der Universität Frankfurt am Main und der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Accenture, BearingPoint, Deutsche Bank, Deutsche Postbank, FinanzIT, IBM, Microsoft, Siemens, T-Systems, DAB bank und IS.Teledata AG getragen. Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes ist es, die Industrialisierung in der Finanzwelt zu fördern. Unter Leitung der Frankfurter Wirtschaftsprofessoren Wolfgang König, Bernd Skiera und Mark Wahrenburg sowie des Darmstädter Informatik-Professors Ralf Steinmetz identifizieren über 30 Forscher Verbesserungspotenziale bei den traditionellen Wertschöpfungsketten der Finanzbranche sowie den Finanzprozessen von Unternehmen verschiedenster Branchen. Dabei entwickeln und erproben sie auch Verfahren zur Gestaltung neuartiger Finanzprodukte. Der Begriff E-Finance verdeutlicht, dass Innovationen in der Finanzbranche über einen verstärkten Einsatz netzbasierter Informations- und Kommunikationssysteme möglich sind.

Quelle: ots




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