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 Inhabergeführte Unternehmen stellen die meisten Sanierungsfälle

Pressemeldungen zum Thema Basel IILediglich jeder fünfte Sanierungsfall führt zu einem nachhaltigen Erfolg. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Studie der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner GmbH (W&P)...

In der zwischen November 2003 und Mai 2004 erhobenen Untersuchung kamen die Befragten, Sanierungsbetreuer von dt. Großbanken, zu dem Ergebnis, dass lediglich jeder fünfte Sanierungsfall zu einem nachhaltigen Erfolg führt. Weit abgeschlagen sind jedoch die inhabergeführten Unternehmen. Hier liegt das Sanierungsrisiko sogar bei 48,5%.

Unter den Befragten stellen 58,9% der Sanierungsfälle eben solche inhabergeführten Unternehmen dar. Sie stellen nicht nur den größten Anteil, sondern bergen auch das höchste Risiko. Im Vergleich zu anderen Unternehmenstypen sind sie auch am schwersten zu sanieren. "Ursache hierfür", so Dr. Volkhard Emmrich, Geschäftsführer bei W&P und Leiter der Studie, "ist vor allem die Unkenntnis des Inhabers hinsichtlich der Mechanik der Krisenbewältigung sowie interne Restriktionen. Es wird zwar analysiert, jedoch nicht entschieden und schon gar nicht umgesetzt." Ferner spielen oft persönliche Motive eine entscheidende Rolle, die es nicht gestatten personelle Konsequenzen zu ziehen. Hier können sicherlich Parallelen zum Sanierungsfall "Walter-Bau" gezogen werden.

Neben Führungsdefiziten haben 2/3 aller Krisenunternehmen auch mit Strategiedefiziten zu kämpfen. Diese führen dazu, dass der Absatz (64 %) zurückgeht und dem Preisverfall (64 %) nicht entsprechend begegnet werden kann. Dazu Berater Emmrich: "Ohne Bewältigung der Strategiedefizite kann die Zukunft dieser Unternehmen nicht gesichert werden". Allerdings kann eine Strategiekrise nicht mit operativen Instrumenten wie z.B. Kostensenkung durch Personalabbau und Vertriebsintensivierung bewältigt werden. "Notwendig ist", so Emmrich, "eine Neukonfiguration von Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur".

Die Untersuchung liefert folgende wesentliche Ergebnisse:

  • Ist ein Unternehmen erst einmal Sanierungsfall, schafft es nur jedes fünfte wieder zu einer weiteren Bankbegleitung und damit nachhaltig aus der Krise.
  • auch dann wird in der Regel das finanzielle Engagement reduziert
  • Wesentlich ist die Bereitschaft der Gesellschafter zu einer konsequenten Sanierung
  • Für eine erfolgreiche Sanierung müssen nicht nur die Basel II Kriterien erfüllt sein. Wichtig ist vor allem eine nachhaltige Neuausrichtung des Unternehmens und die Wiedererlangung der Kapitaldienstfähigkeit
  • Die Sanierungsziele werden im Schnitt nur bei 25,6% erreicht. Wesentliche Ursachen für ein Scheitern sind:
    • Fehleinschätzung des Marktes und der künftigen Absatzentwicklung
    • unprofessionelles Sanierungsmanagement ( konzeptionelle Fehler, zu spätes Handeln, fehlendes Krisen know-how)
    • die Unterschätzung der Krisendimension
  • Inhaberunternehmen mit Inhaberführung stellen die meisten Sanierungsfälle und sind am schwersten zu sanieren
  • Wichtige Flanken für einen Sanierungserfolg sind neben noch gesunden Bilanzstrukturen und freien Sicherheiten (72,0%) auch das schnelle Zustandekommen eines Bankenpools (66,0%)
  • Entscheidend für das Vertrauen der Kapitalgeber ist die Transparenz des Unternehmens (97,6%) und das Management an sich (90,9%)
  • Krisenursache Nr. 1 sind Verluste im operativen Geschäft; Interne Probleme wie Kosten- oder Strukturaufbau siind in der Regel keine Krisenursachen - können aber Auslöser einer solchen sein
  • Die Bewältigung der Krisen erfolgt generell durch die wenig originelle Anpassung der Kapazitäten (Presonalabbau), ein Mittel, mit der man strategische Krisen nicht in den Griff bekommt
  • Liquiditätsorientierte Sanierungsmaßnahmen sind zwar Pflicht, beseitigen daher jedoch nicht die Krise sondern schaffen nur die Voraussetzung dafür
  • aussichtsreiche Sanierungen scheitern oft an der Realisierung, hier kann eine professionelle Projektorganisation oft helfen
  • 25% der Befragen gaben an, dass ein Unternehmensverkauf ein geeignetes Mittel zur Sanierung ist
  • Die Möglichkeit der Sanierung aus der Insolvenz heraus wird immer mehr genutzt
  • "Sanierungserfolg" für die Bank heißt:
    Rückgabe des Engagements an den Firmenkundenbereich mit möglichst besserer Darlehensbonität (bessere Besicherung u. geringerer Ausfallwahrscheinlichkeit)
  • "Sanierungserfolg" für das Unternehmen heißt:
    Kapitaldienstfähigkeit, gesunde Bilanzrelationen und benchmarkfähige Cashflow- und Performancewerte.

Download:

Die Studie kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.




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